Es ist unglaublich, dass er mich gegrüßt hat, nachdem wir im Wasser so nah aneinander vorbei geschwommen sind. Wir hätten uns beinahe umarmt. Heute regnet es, ich sah es schon um sieben Uhr morgens, die Gloriette im Nebel. Gestern am Abend dachte ich noch, dass es heute ganz sicher schön sein wird. Ob er heute schwimmen geht? Warum habe ich ihn nicht nach seiner Telefonnummer gefragt? Dann könnten wir jetzt ins Stadthallenbad gehen. Nein, der Zauber wäre dahin. Ich muss die Zeitungen holen, dann sehe ich, ob es morgen schön wird. Es ist auch so kalt geworden. Das Wasser hat sicher nur noch siebzehn Grad, wie schnell das geht. Er lag mit gespreizten Beinen auf der Pritsche. Er zeigt mir immer neue Kunststücke und lebt seinen exhibitionistischen Neigungen. Vielleicht wohnt er in der Kaserne da oben? Aber dann könnte er nicht jeden Tag im Schwimmbad sein. Ist er einsam? Wir könnten zusammen einschlafen und aufwachen, frühstücken und schwimmen gehen. Ich habe Angst, dass es jetzt wirklich sieben Wochen lang regnet, den ganzen Sommer.... bis Donnerstag wird es laut Wetterbericht nicht besser. Er ist ganz unbehaart, er muss noch ganz jung sein, ein Baby. Einmal hat er sich hingestellt und seine langen glatten Beine eingecremt, mit Delial. Morgen gehe ich mit Natalie ins Stadthallenbad, denn es wird noch tagelang so kalt sein. Vielleicht kommt er auch? Ich ärgere mich so, dass ich ihn nicht nach seiner Telefonnummer gefragt habe. Wir hätten ins Gloriettecafé gehen können. Warum bin ich ihm nicht nachgelaufen? Vielleicht ist er schon längst in der Stadthalle? Elf Uhr ist seine Zeit. Einmal hat mich Klaus, der Sportstudent, begrüßt und meinen Namen gesagt, der Schwimmer war in der Nähe, er muss es gehört haben. Wir waren im Wasser und der Sportstudent ist an uns vorbei gegangen. Einmal sah ich, wie der Schwimmer bei seinem Platz aus dem Wasser gesprungen ist. Er hat sich nur abgekühlt. Ich glaube, ich habe ihn schon früher im Stadthallenbad gesehen, deshalb kommt er mir so bekannt vor. Nein, ich kenne ihn aus einem früheren Leben. Mein Unbewusstes hat ihn wieder erkannt. Ich muss in meinen alten Tagebüchern nachschauen, kann mich aber nur an den Delphin erinnern. Dort war einer, der mir so gut gefallen hat, weil er so zart und sehnig ist wie mein Schwimmer. Und wenn er doch ins Schönbrunnerbad geht? Er ist sicher krank geworden am Freitag. Nein, er wird nie krank. Am Wochenende habe ich ihn noch nie in Schönbrunn gesehen. Er hat eine rote Badehaube und ein gelbes T-Shirt. Then there was the bad weather….

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